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Reviews Macbeth - Macbeth 2006


 

RH 228 (05/2006)

MACBETH wurden bereits 1985 in Erfurt gegründet und zählen zu den großen Metal-Legenden der DDR. Dass sie es trotzdem nie geschafft haben, einen„offiziellen“ Tonträger zu veröffentlichen, lag an massiven staatlichen Repressalien und direkt damit in Zusammenhang stehenden persönlichen Tragödien. So erhängte sich beispielsweise 1989 Originalsänger Detlev Wittenburg, der zuvor wegen einer Bagatelle zu einem Jahr DDR-Gefängnishaft verurteilt worden war. Wer sich für nähere Hintergründe interessiert, dem sei an dieser Stelle ein Blick auf die Band-Homepage www.macbeth-music.de empfohlen. Seit 2003 gibt es MACBETH (mit Ex-Moshquito-Shouter Olli Hippauf) nun wieder, und endlich liegt auch der Debüt-Longplayer vor. Düsterer, mächtiger, straighter Heavy Metal ohne jede Trendanbiederung ist darauf zu hören - stellenweise recht simpel, aber niemals platt und mit ungekünstelten, deutschen Texten versehen. Keine hochtrabende Lyrik, aber perfekt zur Musik passend. Ollis Stimme ist tief, kräftig und rau, rutscht aber trotz der finsteren Texte nicht in Death-Metal-Gefilde ab. MACBETH klingen echt, grundehrlich und eigenständig; man hört einem Volltreffer wie ´Abendmahl´ die Historie der Band einfach an. Respekt!

Götz Kühnemund

 
 
Während manche prominente Metaller bereit sind von Journalisten für ihre Musik auf der Bühne umgelegt zu werden, zeigt die Historie von Macbeth was es heißt wirklich für seine Musik einzustehen. Auf der Band Page kann man sich die Geschichte detailliert zu Gemüte führen, inklusive Scans von Stasiakten. Auf jeden Fall sehr lesenswert und an dieser Stelle jedem ans Herz gelegt. Musikalisch werden Macbeth vor allem Doomjünger ansprechen. Mal episch, mal leicht mittelalterlich angehaucht schleppen sich die Erfurter durch neun Songs. Wie es bei Doom nun mal so ist, wird das dem ein oder anderen zu eintönig und monoton sein. Fans des Genres können sich auf wummernde Doublebass, kreischende Soli und düsteren, deutschen Gesang freuen. Leichte Tempovariationen lockern die einzelnen Songs in sich auf und sorgen live wahrscheinlich für den ein oder anderen ausgerenkten Halswirbel. Etwas herausstechend sind die Songs „Der Fährmann“ und „Bomber“. Ersterer ist nicht so schleppend geraten und erinnert nicht nur durch den Einsatz einer Fidel, sondern vor allem durch den an Fische erinnernden Gesang an Subway to Sally. Der Titel „Bomber“ weckt erste Assoziationen an ein anderes deutsches Metal-Urgestein namens Sodom, umso überraschender ist das Aufleben eines der großartigsten Black Sabbath-Riffs in den ersten Takten des Songs. Der Sodom-Vergleich hinkt trotzdem nicht, Luftschutzsirene und der eingängige Refrain erinnern an das Ruhrpott-Kommando, nur eben mit angezogener Handbremse. Das klare Highlight des Albums ist die Bandhymne „Macbeth“: Etwas sperriger als die übrigen Songs, trotzdem catchy, walzt die epochale Nummer alles nieder. Die CD gibt es für nen Zehner auf der Band-Page oder bei Amazon. Für aufgeschlossene Doomer eigentlich schon ein Pflichtkauf, kann auch das aufwändige Artwork begeistern.

Phil
 
 

Düster, auf den Punkt !

Die Bandgeschichte von MACBETH liest sich fast so dramatisch wie das gleichnamige Stück vom alten Willi aus Großbritannien. Denn ursprünglich bangt sich diese Band aus Erfurt bereits seit 1985 durch die Lande; d.h. zu der Zeit nur durch ein Land – die ehemalige DDR. Denn Erfurt lag hinter dem Vorhang, und dass MACBETH als Metalband die erforderliche „Spielerlaubnis“ erhielten, ist ja schon mal was. Nachdem diese dann entzogen wurde und später dann die Mauer fiel, kam es zur Tragödie im Quadrat. Zunächst nahm sich Sänger D. Wittenburg das Leben, kurz darauf folgte der Drummer seinem Beispiel. Mit Ihm wurde auch MACBETH zu Grabe getragen, um sich zehn Jahre später im Jahre 2003 neu zu formieren, zu vervollständigen und einen neuen Anlauf zu wagen.


Das Produkt dieses Anlaufs liegt nun bei mir in Form der „ersten“ selbstbetitelten CD „Macbeth“. Die zuvor erschienene Demo-CD ist laut Homepage schon vergriffen.
Düster wirkt die CD, das Artwork fast komplett in braun gehalten, mit schattenhaften Hintergründen von Burg und Schlachtfeld. Den Vordergrund ziert der abgeschlagene Königskopf. Im Booklet finden sich einige Fotos aktuellen Datums und aus „der Guten alten Zeit“. Lederkappen gehen gar nicht! Was ins Auge sticht, die Songs sind ausnahmslos in deutscher Sprache verfasst.
Der Sound ist gut, klar und doch kraftvoll. Hin und wieder erinnert die Musik mich an GRAVE DIGGER, was wohl daran liegt, dass der Sänger ein wenig in diese Richtung tendiert, auch wenn dieses Unterfangen im Hinblick auf Boltendahls Organ zumindest fragwürdig erscheint. Geboten wird ansonsten düsterer Heavy Metal. Mal etwas düsterer, mal etwas beschwingter, aber doch von guter Qualität. Lediglich mit der Stimme habe ich so meine Probleme. Das Stück „Fährmann“ gefällt mir außerordentlich gut. Es ist irgendwie stark SUBWAY TO SALLY-lastig, ohne dabei wie eine billige Imitation zu wirken. Auch passt die Stimme hier wiederum sehr gut.


Mit dem Song „April“ begeben wir uns auf eine Reise ins Innere des Kopfes von Robert S., der in Erfurt bekanntlich ein Massaker in einer Schule veranstaltete, das mit vielen Toten einschließlich ihm selbst endete. Die nachfolgende Welle von geheucheltem Jugendschutz durch Verbot, bzw. Indizierung jugendgefährdender Schriften und PC-Spielen hält immer noch an. Er hat Counterstrike gespielt und Slipknot gehört. Reicht wohl aus, um Amokläufer zu werden. Doch die Textzeilen „Ihr fragt euch nach dem Grund, doch für immer verschlossen bleibt mein Mund“ sagt doch alles. Keiner weiß warum, aber alle sind sicher, dass Musik und PC schuld waren. Gute Annäherung an dieses Thema und ein nett dezenter Finger nach Berlin. „Bomber“ beschäftigt sich mit, wie sollte es anders sein, dem Luftkrieg des 2.Weltkrieges und der Angst derer, die unten saßen und das Krachen von oben lediglich erwarten konnten. Da passt die düstere Atmosphäre gut. 

Trotz des Gründungsdatums 2003 merkt man, dass hier nicht eine frisch zusammengewürfelte Amateurtruppe aufspielt, dafür sind die Song zu gut strukturiert und die Gitarren wissen, was sie tun. Die Stimmung sitzt einfach, grade jetzt, wo es draußen wieder dunkeler wird. Hinzu kommt, dass ich noch nie eine Debütplatte nach über 20 Jahren gesehen habe, die man über die Band-Homepage für supergünstige 9,99 € erwerben kann. Abschließend kann ich nur sagen, Erfurt hat ne Menge zu bieten: lecker Bratwurst, einen schönen Dom, die älteste Kakteenzucht Europas und ne sehr feine Metalband namens: MACBETH.

Marten

 
 

10.04.2006

Der König ist tod....

silentbob

 
 

Erst mal vorneweg ein dickes Lob an die Aufmachung dieses Albums! Da hat man sich in Eigenregie wirklich Mühe gegeben! Sehr professionell. Weiteren Respekt muss man der Band dafür zollen, dass die DDR-Formation nach über 20 Jahren Existenz, die von Selbstmorden zweier Bandmitglieder und diversen Reibereien mit der Stasi (inkl. „Liquidierung“ der Band und Entzug der Spielerlaubnis) überschattet wurden und die trotz der u.a. durch die Wende verursachten Wechsel im Line Up es nun doch geschafft hat, in Eigenregie ein Album zu veröffentlichen. Und das ist wirklich recht gut geworden. Klassischer Heavy Metal, mal flotter („Lauf“), mal im groovenden Midtempo („Abendmahl“) und mal doomiger („Sturm“), wird hier auf spielerisch gutem Niveau geboten. Die Texte sind sehr gelungen und erinnern in ihrer Wortwahl manchmal an div. Mittelalter/ Neue Deutsche Härte-Combos. Übersetzt man aber Sätze wie „Ich folge deiner Fährte, wie der Jäger dem Wild…“ ins Englische passt es auch zu vielen der alten Heavy Metal-Klassiker, die Geschichten aus Sagen und Mythen erzählen. Ganz groß ist dabei vor allem „Fährmann“, den einige vielleicht schon von dem ein oder anderen Sampler kennen. Diese schleppende und tiefgehende Walze mit dem wirklich einprägenden Refrain ist ein absoluter Top-Song, der zwar mit dem Einsatz der Streicher und der Vocal-Lines wieder in die Mittelalter Rock-Ecke geht, aber viele solcher Tracks locker in die Tasche steckt. Da kann man wirklich nur sagen, checkt die Page und Amazon, denn dort gibt es dieses gelungene Werk harter deutscher Musik. Und alleine die Stasi-Stories, welche die Band in mit originalen Schriftstücken auf der Homepage dokumentiert, macht einen Besuch derselbigen eigentlich unverzichtbar. Also, Respekt auf der ganzen Linie: Für das Artwork, für das Durchhaltevermögen und das gelungene Album!

Fafnir

 
 

Was hat die Erfurter Kombo MACBETH mit Shakespeare gemeinsam? Leider nicht nur den Namen des wohl jedem bekannten Stücks. Die Biografie der Band könnte auch vom Meister selbst stammen, ist sie doch von vielen Höhen und Tiefen, sowie Schicksalsschlägen geprägt. Als eine der ersten Metal-Bands starteten sie vor gut 20 Jahren in der DDR so erfolgreich, dass sie alsbald ein Spielverbot erhielten. Sowohl ihr charismatischer Sänger, als auch ihr Drummer wählten kurz nach der Wende den Freitod. 2003 kam es dann zur Reunion der „Legende“ im DDR-Metal und anno 2006 endlich zum ersten Silberling. Die vielen negativen Erfahrungen scheinen MACBETH auch den Texten zu verarbeiten. So ist nicht nur die Musik düster, teils getragen und melancholisch, auch die Lyrics erzählen vom Tod wie der Midtempo-Opener „Abendmahl“ oder der Folgesong „Komm mit mir“. Die etwas schnelleren Stücke „Lauf“ und „Der Wanderer“ bringen ein wenig Tempo in den Silberling, bei dem sonst doch leider hierauf bezogen etwas eintönigen Songs. Spielerisch gibt es jedoch nichts zu meckern und auch die Stimme von neuen Frontshouter Olli Hippauf (ex-Moshquito) passt hervorragend. Ein Highlight des Scheibchens ist sicher „Der Fährmann“, welcher in Richtung Mittelalter geht und an Kollegen wie Subway To Sally ein wenig erinnert, sich jedoch alsgleich im Gehörgang hartnäckig einnistet. Einen weiteren Bonuspunkt gibt es für das in Eigenregie kreierte und sehr gelungene Booklet. Bestellungen sind bei Amazon und auf der Website von MACBETH möglich.

tennessee

 
 

Unter dem Namen MACBETH hätte ich viele Bands erwartet, aber die seit '85 bestehende Formation mit ihrer deutlich doomigeren und düsteren Version von SUBWAY TO SALLYs "Engelskrieger" klingt dann doch ziemlich anders, als der Name anmutet. Richtig interessant wirds aber, wenn man sich auf der Homepage über den umfangreichen Konflikt informiert den die Band zu DDR Zeiten mit der Stasi hatte, und im Endeffekt dazu führte, dass man erst 21 Jahre nach Bandgründung ein Debütalbum vorlegen konnte. Zumindest wegen diesem Aspekt wird mir die Band fortan im Gedächtnis bleiben.
Musikalisch kann die Platte dann aber leider nicht wirklich mithalten. Dem 50 minütigen Riffgestampfe mit den nur wenigen melodischen Einlagen fehlt es über große Teile am nötigen individuellen Charakter der bei Laune hält. Auch Sänger Olli Hippauf kann nicht das dynamische Charisma eines Eric Fish beim Rüberbringen der komplett deutschen Texte entwickeln, die ihnen im Endeffekt zugestanden hätten. Schlecht ist das Album nämlich beim besten Willen nicht. Gerade der Dreier "April", "Der Sturm" und "Bomber" macht sich im Mittelteil prima und kombiniert sämige Riffs mit doomigen Gitarrenmelodien. Mit dem folgenden "Wanderer" wird dann auch endlich mal das Tempo etwas angezogen. Richtig Uptempo isses zwar immer noch nicht, cool aber trotzdem. Herausstechen tut auch die Halbballade "Der Fährmann". Zwar ist die Textzeile "Wenn Dunkelheit verschlingt die ganze Welt / Nichts mich mehr am Leben hält" nicht wirklich clever gewählt, musikalisch funktioniert der Song aber wie Sau und bildet einen willkommenen Kontrapunkt zu den vielen Midtempo Riffs. Im Endeffekt also ein ansich gutes Album mit einigen kleinen Mäkeln. Da man von Potential bei einer derartig lang bestehenden Band gar nicht mehr zu reden braucht, sollte sich jeder Fan des Genres diesen Namen vormerken. Oder einen der von der Stasi verhassten Liveauftritte besuchen.

Joneleth

 
 

Diese Band ist nicht zu verwechseln mit den Italienern, die hier auch schon mal erwähnt wurden und mit denen ich zu Printzeiten auch schon ein Interview getätigt hatte. Mit Gothic Metal hat dies hier nichts zu tun. Diese Macbeth sind sozusagen richtig „Deutsch“. Sprich die Texte sind alle in Deutsch und der Sound ist irgendwie auch „Deutsch“. Was soviel heißen soll: sie sind schwer, sie sind leicht bedrückend und sie haben diesen leichten Endzeittouch, den viele Bands aus Deutschland haben, die schweren Thrash Metal mit Deutschen Texten zelebrieren. Obwohl Macbeth etwas doomlastiger sind, erinnern sie mich irgendwie an Richthofen. Sie sind zwar nicht so flott unterwegs wie die Jungs von Richthofen, aber textlich handelt man teils ähnliche Themenbereiche ab und der Grundsound hat den gleichen Druck und wirkt teils etwas bedrückend. Das Cover-Artwork der CD unterstützt diesen Charakter noch. Somit ist diese CD Konzeptional meiner Meinung absolut stimmig. Ob Macbeth nun leicht verdauliche Kost sind oder nicht, will und kann ich nicht unbedingt sagen, sie sind aber größtenteils sehr eingängig. Die Songs sind allesamt relativ geradlinig gebaut und können durch ihre Einfachheit überzeugen. Teilweise klingen die Songs schwer und bedrückend, dann wieder etwas traurig und leicht verträumt, bzw. melancholisch. Denn gerade dies ist die Stärke der Band, die Songs haben alle sehr viel Gefühl. Macbeth haben hier einen eigenen Stil gefunden, der sich durch alle Songs zieht. Ob sie mit dieser CD die breite Masse erreichen können, möchte ich mal abstreiten, aber wer sich auf diese Art von Songs einlässt und dieser Art von Musik offen gegenübersteht, der wird nicht enttäuscht werden. Denn eines hat dieser Silberling definitiv: Klasse!

PGB

 
 

"Als sei sie der Feder Shakespeares entsprungen, liest sich die Biografie der 1985 in Erfurt gegründeten Metalband MACBETH" sagt Google zu Macbeth, nach dem Lesen der Biographie sag' ich das auch! Da die Band aus der Ex - DDR stammt, gibt es auch noch sagenhaftes zum Thema "DIE STASI UND DER METAL" zu lesen.
Aber das nur am Rande, es geht ja hier um die Cd, die Songs auf der aktuellen Scheibe der Erfurter sind literarisch sehr wertvoll, untermalt von dem Rhythums und Groove der Gitarren. Etwas ruhiger geht da der Song "Fährmann" von statten. Äußerst gespart wurde an Solis, die aber durch die Melodie eines jeden Song wett gemacht werden, da diese teilweise nächtlich, bekannt als kleiner, gemeiner und heimtückischer Ohrwurm, wieder auftauchen. Alles in allem, gute melodiöse Band mit höchst literarischen deutschen Texten.

ambiguity

 
 

Puh, das ist schon gewöhnungsbedürftiger Stoff, was uns Macbeth da mit ihrem ersten Longplayer bescheren. Gibt es die Band bestehend aus Sänger Olli Hippauf, den Gitarristen Roland Jurack und Ralf Klein, Basser Hanjo Papst, sowie dem Drummer Steffen Jurack doch schon seit 1985, hat man es jedoch jetzt erst geschafft, die Hörerschaft mit einem Album zu beglücken. Die Erfurter sind der Restbestand der damaligen DDR-Metalszene und so bestätigt sich die Annahme, dass der Sound von Macbeth auch dementsprechend nach alte Schule klingt. Aber nichtsdestotrotz machen die Fünf ihre Sache ordentlich. Los geht´s mit vier Glockenschlägen und dem Stück 'Abendmahl'. Was sofort auffällt ist natürlich die kratzige Stimme Ollis, sowie seine Texte, welche dem Altertümlichen zugewandt und durchgehend in deutscher Sprache verfasst sind und somit auch erstmal für gespitzte Lauscher sorgen. Zwar zieht sich dieser Faden durch alle darauffolgenden neun Stücke, nur was ein wenig fehlt, ist hier und da mal ein Überraschungsmoment, eine magische Stelle, welche den Hörer wieder richtig in den Bann zu ziehen vermag. Da alle Songs im Mid-Tempo Bereich liegen und keine sonderlichen Ausbrüche stattfinden, scheint die Scheibe deshalb auch ab dem Dreiviertel ein wenig vor sich hinzutrotten. Jedoch weiß auch ein Song wie 'Der Fährmann' mit seinem Charme und seiner Eingängigkeit zu überzeugen und da erinnert Macbeth schon mal an Kollegen wie In Extremo. Fans der Gitarrensoli kommen ebenfalls auf ihre Kosten, wenn die Gitarristen zu Fingerspielchen einladen. Das Gefühl ihrer Musik weiß das Quartett gewiss mit all ihrer Routine auf den Hörer zu übertragen und man kann der Band ihre Liebe zum alterstümlichen Metal mit Sicherheit nicht absprechen. Trotzdem bleibt es jedem selbst überlassen, wie er sich mit dieser Platte anfreundet. Dass Macbeth keine Musik für Massen machen, dürfte aber klar sein. Alles in allem ist das Debüt der Erfurter eine nette Scheibe und die absoluten Fans des Genres werden einen erhöhten Spass an einem soliden, musikalischen Werk haben!

Martin Pilgrimm

 
 

Wohl kaum eine Band kann so eine ereignisreiche Geschichte vorweisen wie Macbeth, aber angesichts der Herkunft und Gründungszeit muss man sich darüber auch kaum wundern. Und um Missverständnisse vorzubeugen, nein, hier handelt es sich nicht um die gleichnamige italienische Gothic Combo, sondern um eine Band, die in unserem Lande, genauer in Erfurt gegründet wurde. Dabei schienen die Vorzeichen der Band unter einem guten Stern zu stehen, denn trotz vieler Repressalien durch das damalige DDR-Regime ließen sich Macbeth zunächst nicht unterkriegen und konnten sich eine doch nicht unbedeutende Fanbasis erspielen. Aber irgendwann wurde der Dorn im Auge der Sittenwächter dann doch zu groß und die weiteren Auflagen und Verbote bedeuteten schließlich das Ende der Band. Die Schikanen gingen so weit, dass sich Sänger Wittenburg nach dem Zusammenbruch der DDR erhängte und der damalige Schlagzeuger sich in Frankfurt/Main zu Tode stürzte, was letztendlich das endgültige Aus der Band bedeutete.
Zehn Jahre später fanden sich die verbliebenen Bandgründer Ralf Klein (git., voc.) und Hanjo Papst (b.) wieder zusammen und reaktivierten Macbeth.

Auf der selbstbetitelten und selbstproduzierten Scheibe gibt es tonnenweise Bangerstoff in Form von langsamen, ja fast schon doomigen Stücken, die vornehmlich auf schweren und groovigen Riffs aufbauen. Die Songs stehen aber nicht in der Tradition der NDH sondern gehen eher in die klassische Richtung und weisen manchmal sogar eine thrashige Schlagseite auf. Bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass sämtliche Texte auf deutsch verfasst sind.

Und so beginnt Macbeth ziemlich ansprechend mit den beiden besten Liedern "Abendmahl" und "Komm mit mir", verliert dann aber sehr schnell an Schwung und Durchschlagskraft. Das liegt weniger an der Qualität der Riffs, vielmehr an der Gleichförmigkeit der Songs, denn erst mit dem vorletzten Track "Der Wanderer" ziehen Macbeth das Tempo an, ohne allerdings in Geschwindigkeitsräusche zu verfallen. Der Rest spielt sich in ähnlichen Geschwindigkeitsregionen ab, fängt sehr schnell zu plätschern an und kann den Hörer nicht mehr so gefangen nehmen, wie noch die ersten beiden Songs. Abzüge gibt es von meiner Seite auch für "April", denn hier hat man sich ziemlich stark bei Pungent Stench bedient. Positiv wie negativ fällt dagegen "Der Fährmann" auf, der sich vom restlichen Material dadurch abgrenzt, dass er nicht so sehr riff- sondern viel mehr melodieorientiert daherkommt und schon fast balladeske Züge annimmt. Allerdings fehlen auch hier wieder die Tempovariationen und die große Hookline, die dem Song etwas Außergewöhnliches verleiht. Und so dauert es schließlich bis zum abschließenden Titeltrack bis sich dem Hörer wieder ein Highlight offenbart.

Macht also unter dem Strich drei gute bis hervorragende Songs und sechs mehr oder weniger vor sich hinplätschernde Tracks. Macbeth fehlt es einfach an Abwechslung in Form schneller Stücke, was auch die gute Produktion nicht retten kann. Schade, denn gute Ansätze sind durchaus vorhanden und im Zusammenspiel mit den deutschen Texten könnten Macbeth zumindest im deutschsprachigen Raum in Zukunft was reißen.

Lord Obirah

 
 

Die Geschichte von MACBETH lässt sich bis 1985 nach Erfurt zurückverfolgen. Sie waren zur damaligen Zeit eine der größten Metalbands in der DDR. Leider haben sie bis jetzt noch nie eine offizielle Veröffentlichung eines Albums gemacht. Das lag teilweise am damaligen Regime und hinzu kamen noch persönliche Tragödien. Für mehr Hintergrund, bezüglich der Geschichte von MACBETH, schaut auf ihre Homepage unter: www.macbeth-music.de . Seit 2003 musizieren sie wieder richtig zusammen, denn ab dieser zeit war das Line-up wieder komplett. Auf dem jetzigen Debutalbum steht straighter Metal im Vordergrund. Dieser strotzt nur so vor Power. Die Stimme von Olli Hippauf passt sich sehr gut dem Sound an und er verfügt über eine Stimme, die tief und rau ist, aber nie ins Extrem abdriftet. MACBETH klingen ehrlich und das ist doch wichtig. Mit diesem Sound werden sie in jedem fall weiter kommen. Schade nur, dass man so lange auf eine solch gute Band warten musste.

Gisela

 
 

Seltenheitswert: Bei dieser Scheibe handelt es sich um das Debüt einer Band, die sich bereits 1985 in Erfurt formierte. Respekt! Auftrittsverbote, erzwungene Namenswechsel, Tragödien, man machte etliches durch, blieb aber seinen musikalischen Wurzeln treu und so reformierte sich die Band 2003, um da fortzufahren, wo sie im Wendetrubel aufhörte: Macbeth spielen Heavy Metal der alten Schule mit makaberen deutschen Texten. Traditionelle Bluesrock-Elemente à la Black Sabbath treffen auf die Ästhetik von Rammstein. Das geschmackvoll aufgemachte Booklet mit gegenübergestellten Fotografien von einst und jetzt macht neugierig. Beklemmend atmosphärisch, wenn auch nicht ganz neuartig, beginnt die CD mit Glockenklängen, bevor ein doomiger Stampfer hereinbricht (‚Abendmahl’). Ein Manko der CD wird schnell deutlich: die matte Produktion mit dem pappigen Schlagzeugsound. Keine gute Voraussetzung, um 45 Minuten lang die Spannung aufrechterhalten zu können. Die teils holprig zusammengereimten Texte, besonders im Titelstück, wirken gestelzt, wobei Ex-Moshquito-Sänger Olli Hippauf mit seinem kräftigen Organ die Mängel in der Form wieder gut ausbügelt. Da tun kleine Einsprengsel Exotik der CD gut: elegische Cellotöne (das atmosphärische Highlight der CD: ‚Der Fährmann’), oder mittelalterliches (‚Komm Mit Mir’).

Monika Baus

 
 

Macbeth haben nichts mit der italienischen Gothic Metal Band zu tun, sondern sind eine ostdeutsche Metalband mit deutschen Texten, die schon 1985 gegründet wurde und sich wegen des unmenschlichen Regimes der DDR in Caiman umbenennen musste. Doch das Regime lies die Band dann nicht mehr auftreten bzw. musizieren, weshalb man sich irgendwann auflöste. Tragisch waren die Selbstmorde des Sängers und des Schlagzeugers, die wohl an dem System zerbrochen sind.
Nun ist die Band wieder mit neuen Musikern zurück und brettert auf ihrer selbstbetitelten Scheibe Metal mit natürlich deutschen Texten. Nein, die Band hat nichts mit der leider wieder leicht aufkeimenden sogenannten "Neuen Deutschen Härte" zu tun, der Gesang von Oliver Hippauf ist zwar derb, aber ohne Pathos und rollendes R. So richtig warm werde ich damit aber trotzdem nicht. Er ist einfach recht rotzig, die schnörkellose Musik lebt von Gitarre, Bass und Schlagzeug und wirkt sehr livetauglich. Macbeth sind am Ehesten dem Thrashlager von der Brachialität zuzuordnen und dennoch kein Thrash, nennen wir es einfach abwechslungsreichen Metal. Macbeth sind nicht einfach zu kategorisieren und brauchen einige Durchläufe um zu zünden. Denn jedermanns Sache sind die Jungs bestimmt nicht und wollen das glaube ich auch nicht sein!

Thorsten Dietrich

 
 
Diese Erfurter Band hat schon etliche Höhen und Tiefen seit ihrer Gründung 1985 erlebt. Damals, als die DDR noch existierte, waren Metalbands noch äußerst spärlich gesät und dementsprechend argwöhnisch wurde man auch beobachtet, nicht zuletzt auch wegen den deutsch gesungenen, provokanten Texten. Bei der erstbesten Gelegenheit wurde ihnen dann auch gleich ein Jahr später die Spielerlaubnis (ja, sowas gab´s dort wirklich) auf unbestimmte Zeit entzogen, nämlich nach dem legendären Konzert im total überfüllten Erfurter Stadtgarten. Mit dem einfachen Trick der Umbenennung wusste man sich aber zu helfen und aus Macbeth wurde Caiman. Es folgten zahlreiche Lineup-Wechsel und zwei derbe Einschnitte: Sänger Wittenburg erhängte sich wegen traumatischer Erlebnisse, die er während seiner DDR-Gefängnishaft erlitt. Nicht lange danach sprang dann auch noch der damalige Drummer von einem Hochhaus, woraufhin die Auflösung der Band beschlossene Sache war. Doch zehn Jahre später - anno 2003 - starteten die Gründungsmitglieder Ralf Klein und Hanjo Papst eine Reunion.

Nicht allein die Tatsache, dass die Jungs deutsch singen, lässt mich schnell Parallelen zu Rammstein und auch Eisregen ziehen. Derbe Texte, stellenweise verworren, als wären sie von Till Lindemann persönlich geschrieben, handeln von Krieg, Verbrechen, Mord und Totschlag und Rache. Einzelne Textpassagen wirken sogar tatsächlich wie von bekannten Rammstein-Songs abgeschrieben. Macbeth spielen vom klassischen Heavy Metal bis zähem Doom mit thrashigen Parts eine vielschichtige, düstere Palette, die mit Sicherheit eine breite Masse ansprechen wird. Spieltechnisch wirklich gut und in der Art der oben genannten Bands. Ein weiterer Pluspunkt ist die professionell gemachte CD mit ihrem Booklet.
 
 

MACBETH blicken auf eine bewegte und von vielen persönlichen Tragödien geprägte Bandgeschichte zurück. Nach der Gründung im Jahr 1985 waren sie aktiv an der Entwicklung des Heavy Metal in der damaligen DDR beteiligt und feierten dort große Erfolge. Da die Combo den Machtträgern ein Dorn im Auge war, wurde alles unternommen, um ihren Fortbestand zu verhindern, was letztlich in einer Zwangsumbenennung in CAIMAN gipfelte. Mit dem Mauerfall hatten die Probleme jedoch noch immer kein Ende. Im Gegenteil: Das Schicksal schlug umso heftiger zu. Sänger Detlev Wittenburg, der aufgrund einer Lappalie eine einjährige Gefängnisstrafe hatte verbüßen müssen, erhängte sich im Jahr 1989, und nachdem sich 1993 auch noch der Schlagzeuger von einem Hochhaus in den Tod gestürzt hatte, beschloss man, endgültig aufzuhören.

Nach zwanzig Jahren sind MACBETH nun mit dem ersten Album am Start (vorausgegangen war eine Comeback-Demo-CD im Jahr 2003). Geboten wird düsterer Midtempo-Metal, der mal in Richtung Doom, mal in Richtung Thrash (das Riffing) ausschlägt und leider etwas unausgereift ist – was dann doch verwundert. Bei dem Quintett gibt es Baustellen, die man normalerweise nur bei jungen Bands findet. Da ist beispielsweise der ziemlich ausdruckslose und monotone Gesang von Fronter Olli Hippauf (ex-MOSHQUITO), der wie eine rauere Ausgabe von SUBWAY TO SALLYs Eric Fish tönt und kaum Akzente setzen kann. Abgesehen von der sehr guten Dunkel-Ballade 'Der Fährmann' und dem abschließenden 'Macbeth' spendiert er viel zu selten prägnante Hooks, die sich wirklich im Ohr festsetzen. Man muss allerdings fairerweise sagen, dass der instrumentale Unterbau auch nicht gerade zu Höchstleistungen anspornt. Es rifft und groovt ganz nett, aber da das Tempo fast überhaupt nicht variiert wird und die immer gleiche gemächliche Gangart vorherrscht, macht sich sehr schnell große Langeweile breit. Der Sound hat einfach nicht die Intensität, die es brauchen würde, um auch bei Schrittgeschwindigkeit mitreißend zu sein.

Bei allem Respekt für die Geschichte und die Pionierarbeit der Band in Sachen Heavy Metal in der DDR der Achtziger: "Macbeth" ist nur Durchschnitt und wird es schwer haben, sich gegen die Konkurrenzprodukte auf dem total überlaufenen Langhaar-Sektor durchzusetzen.

Anspieltipps: Der Fährmann, Macbeth

Oliver Schneider

 
 

Vielleicht erinnert sich noch jemand an Macbeth. Die Band war schließlich eine der ersten Metal – Combos der damaligen DDR und heimste zu dieser Zeit den einen oder anderen Erfolg ein. Neben Erfolg plagte jedoch auch die Tragik oft genug die Bandgeschichte, sei es durch Suizide zweier Bandmitglieder oder Auftrittsverbote durch die Stasi. Seit einer Reunion im Jahre 2003 mit einigen Neuzugängen versuchen Macbeth noch einmal im Geschäft Fuß zu fassen. Sie tun das mit Metalsongs, die klar doomig verziert sind, gerne aber ab und an mit trashigen up- tempo Beats versehen sind. Auffallendstes Charakteristikum der Gruppe aus Erfurt sind dabei die komplett deutschsprachigen Texte, die oftmals aus den Tiefen der menschlichen Seele erzählen und folglich zwischen Depression, Fiktion und wahnwitzigen Geschichten schweben. Hier kommen wir auch zum Hauptmanko mit dem das Album zu kämpfen hat: Die möglicherweise interessanten Themen werden auf eine Art und Weise präsentiert, die alles völlig gegensätzlich in einem eher uninteressanten Licht erscheinen lassen. Der kratzende, selbst für die Stilrichtung oft zu eintönige Gesang trägt zudem seinen Teil dazu bei, dass man das selbstbetitelte Werk nicht unbedingt in sein Herz schließen mag. Die Monotonie spiegelt sich darüber hinaus auch noch auf der instrumentellen Seite wieder: Gerne würde man sich mal ein harsches Gitarrensolo wünschen, der Sound wird aber immer wieder vom schleppenden Bass, bzw. auch vom ebensolchen Drumspiel an der Leine gehalten. Nichts gegen deutschsprachigen Metal, da gibt es viele, die das hervorragend praktizieren – aber das hier ist eine zu sperrige und unausgegorene Kost. Vielleicht geht aber auch nur die Intention des Albums an mir vorbei, so denn eine vorliegt…

Uwe Wollein

 
 

Macbeth – natürlich ist dieser Name nach wie vor in aller Munde, sei’s nun im Zusammenhange mit Dramatik-Guru Shakespeare oder einer gewissen italienischen Gothicband, die alle Klischees des Genres bis auf’s Peinlichste erfüllt. Doch liegt es nun nicht an mir, gewissen Stilrichtungen einen Gnadenstoß zu verpassen, sondern vielmehr eine alte gleichnamige Band des nahen - des nächsten, um genau zu sein – Ostens aus der Vergessenheit zu locken. Unsere Macbeth waren nämlich Mitte bis Ende der 80er Jahre in der DDR schon ziemlich kultig, davon hab ich zwar nichts mitbekommen, doch liest sich ihre Bandbiographie schon sehr abenteuerlich. Bevor ich mich jedoch in Geschichtsstunden verliere, verweise ich auf das gelungene Feature „Die Stasi und der Metal“ auf der Bandseite der Erfurter und komme gleich auf den eigentlichen Gegenstand meines heutigen Schreibens. Die Rede ist vom Debütalbum – jawohl, Debüt! Nach über 20 Jahren – welches den Bandnamen ebenso als Titel trägt.

Man verzeihe mir den Begriff „Deutschdoom“, doch beschreibt der meiner Meinung nach optimal die Grundatmosphäre, die auf dem neun Tracks umfassenden Album herrscht. Besonders gitarrenlastig und auf ein schleppendes Tempo bedacht, wird hier sehr düster zu Werke gegangen. Die Stimme des „neuen“ Sängers Olli (ehemals Moshquito) ist für diesen Sound als durchaus passend zu bezeichnen. Des Weiteren spart man sich jegliche Schnörkel und geht musikalisch sehr einfach verdaulich zugange. Alles andere als leicht verdaulich zeigt sich jedoch die inhaltliche Seite. Ein wenig eisregnerisch und rammsteinigend wirkt die Sache an sich zwangsläufig durch die makaberen Lyrics, was durch die deutschen Texte noch einmal mehr unterstrichen wird und in der Wirkung für Muttersprachler noch einmal an Direktheit und Wirkung gewinnt. Das lyrische Repertoire reicht hier von eher trocken gehaltenen, todesmutigen Elegien („Der Fährmann“) bishin zu blutigen Gewaltverbrechen mit aktuellen Bezügen: „Abendmahl“ könnte gut und gern dem Kannibalen von Rothenburg gewidmet sein und in „April“ wird mit großer Sicherheit der Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium aus der Ego-(Shooter)-Perspektive wiedererzählt – obwohl mir dazu persönlich noch eine konkretere Stellungnahme oder Intention fehlt; die Gewalt 1:1 noch einmal nachzukonstruieren und im Raum stehen lassen bringt meiner Meinung nach keine Punkte. Lyrisch schon besser, ja wesentlich besser und beinahe sogar in sprachlich niveauvollere Regionen eines „Es ist an der Zeit“ von Hannes Wader vordringend, präsentiert sich „Der Sturm“. Hervorragend, demnächst bitte mehr davon!

Ich weiß nicht, ob Macbeth früher in der DDR schon solch krasse Themen wie Tod, Krieg und Gewaltverbrechen drauf hatten, wohl eher nicht, aber auch so verlor man damals schnell die zu dieser Zeit so heiß umworbene Spielberechtigung. Aber vielleicht dachte sich die Regierung Honecker auch, dass die ganze Geschichte sich nach einigen Tracks schnell abnutzt. Denn obwohl klanglich wiedererkennbar unter tausenden: Besonders vielseitig ist man beileibe nicht und so langweilt die recht eintönige Mischung aus den walzenden Doomriffs und der stimmlichen Eingeschränktheit von Rauhbein Olli Hippauf auch recht schnell. Filigranere Momente wie beim abschließenden „Macbeth“ findet man leider viel zu wenig.

Sicherlich war die Neuformierung anno 2002 ein richtiger Schritt, denn das Material kann ich mir vor allem auf Indoor-Festivals als durchaus livetauglich vorstellen… aber auf CD?
Not really my cup of blood!

Katrin Kropf

 
 

Unter dem Namen Macbeth firmiert auch eine Gothic Metal Band aus Italien, doch diese Macbeth hier wurden bereits 1985 in Erfurt gegründet und sind damit wohl eine der wenigen aktuell exisitierenden Metalbands, die noch in der DDR gegründet wurden. 10 Jahre Pause waren jedoch ins Land gezogen als 2003 zwei der Gründungsmitglieder Macbeth wieder ins Leben riefen, nachdem man zwischenzeitlich in Folge von Repressalien durch die Stasi und dem Suizid zweier Bandmitglieder kapituliert hatte.
Das selbstbetitelte Album ist dadurch nach gut 20 Jahren quasi das Debut der Band und wartet mit eher klassisch gehaltenem düsteren Metal auf, der nicht so recht in eine der reichlich bereit stehenden Schubladen passen will. Viel Midtempo, merkliche Doom-Einflüsse, thrashige Riffs und meist von Tod und Untergang handelnde Texte prägen den deutschsprachigen Metal der Thüringer, bei dem Licht und Schatten nahe beieinander liegen. Auf der Habensseite stehen vor allem die intensive Bandhymne „Macbeth“ zum Abschluss des Albums sowie das weit hervorstechende „Fährmann“. Das Stück könnte fast als epischer Doom Metal durchgehen und überzeugt durch seine atmosphärische Dichte, zu der auch der Text einen gelungenen Beitrag liefert. Der Gesangsstil von Olli Hippauf klingt dazu ein wenig nach Eric Hecht von Subway to Sally und gefällt mir besser als die wenig beeindruckenden rauen Vocals bei den restlichen Songs. Leider findet sich sonst überhaupt sehr viel rifflastiges Mittelmaß auf diesem Album, denn obwohl sich Macbeth um unterschiedlich strukturierte Stücke bemühen, macht sich innerhalb dieser immer wieder Langeweile breit. So bizarr wie es klingen mag, „Bomber“ hat etwas von extrem gebremsten Sodom, kann aber ebenso wenig mitreissen wie diverse andere Songs.
Macbeth gebührt Respekt dafür, dass sie es trotz aller Widrigkeiten noch einmal wissen wollen, doch musikalisch bleibt hier ein durchwachsenes Fazit, das mit mehr Stücken mit dem Niveau von „Fährmann“ ganz anders hätte ausfallen können. Das Album kann über die Bandhompage zum Preis von 10 Euro bezogen werden.

Volker

 
 

Wenn man bedenkt wie viele unschöne Erfahrungen MACBETH seit ihren Anfangstagen
gemacht haben, ist es nicht unbedingt selbstverständlich, dass man dieser Tage das Debütalbum der Band in den Händen halten darf. Gegründet bereits 1985 gehörten die Erfurter zu den ersten "Heavy - Metal - Bands" der ehemaligen DDR und hatten unter dem damaligen Regime von Anfang an Repressionen zu erdulden. Nachdem dann 1989 erst der Sänger und 1993 der Schlagzeuger der Band den Freitod gewählt hatten, löste man sich schließlich auf.

Vor vier Jahren wagten die Gründungmitglieder dann zum Glück einen zweiten Anlauf.
Angespornt von den positiven Resonanzen alter und neuer Fans liegt nun, wie eingangs erwähnte, MACBETH`s erstes vollständige Album vor, welches riffbetonten Heavy Metal mit deutschen Texten zu Gehör bringt.
Los geht es mit dem mächtigen "Abendmahl", das eine perfekte Synthese aus schweren Gitarrenrhythmen und dem rauen aber jederzeit verständlichen Gesang des "neuen" Frontmanns Olli Hippauf darstellt. Auch die beiden folgenden Stücke "Komm mit mir" und "Lauf", schlagen musikalisch in eine ähnliche Kerbe und zielen, wie der Großteil des restlichen Materials auch, mit "relativ" einfachen aber äußerst effektiven Mitteln, geradewegs auf die Nackenmuskulatur ab. Zwischendurch sorgt das etwas ruhigere "Der Fährmann" für etwas Abwechslung und weckt aufgrund seines "mittelalterlichen" Textes Assoziationen in Richtung "In Extremo".

Textlich gesehen muss sich die Band dann aber auch einige Male den Vorwurf gefallen lassen, etwas platt zu agieren. Zumindest hätte ich mir persönlich bei Themen wie sexueller Gewalt oder der Aufbereitung eines Amoklaufes (wie vor vier Jahren am Erfurter Gutenberg - Gymnasium) etwas mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Na ja, und ein richtig schnelles Stück, hätte der Scheibe auch nicht geschadet. Trotz dieser kritischen Anmerkungen ist "Macbeth" ein wirklich gutes Debüt und ich kann allen Fans schleppend - schwerer "Heavy Metal Klänge" nur empfehlen, die 10 Euro zu investieren und sich die Scheibe ins Regal zu stellen. Ein Blick auf die Homepage der Band gibt zudem einen Einblick in ihre "Stasi - Akten" von damals, den ihr euch ruhig mal "gönnen" solltet.

Thomas Droste

 
 

Die Bandgeschichte von Macbeth ist schon starker Tobak, und könnte in ihrem dramatischen Ausmasse auch von Meister Shakespeare selber stammen. So zählt die in Erfurt gegründete Band zu einer der ersten Metal Bands der damaligen DDR, da die Geburtsstunde von Macbeth bis ins Jahr 1985 zurückreicht. Und dank einer ausgiebigen Bühnenpräsenz konnte man sich innerhalb kürzester Zeit eine wachsende Fangemeinde erspielen, was aber dem alles überwachenden Staatsapparat leider ein Dorn im Auge war. Dies hatte zur Folge, dass Macbeth die in der DDR notwendige Spielerlaubnis entzogen wurde, wobei die Band im späteren Verlauf auch noch zu einem Namenswechsel gezwungen wurde. Zusätzlich wurde Fronmann Wittenburg 1988 wegen einer Nichtigkeit zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, von der er sich nie wieder erholen sollte und die nach seiner Entlassung 1989, auch zu seinem Selbstmord führte. Nach diesem tragischen Schicksalsschlag Reformiert sich die Band erst im Frühjahr 1993 wieder, nur um sogleich der nächsten Tragödie ins Antlitz zu blicken. Denn auch der Schlagzeuger wählte nun den Weg des Freitodes, sprang von einem Hochhaus in Frankfurt/Main, wodurch die Bandaktivitäten verständlicherweise abermals zum erliegen kamen. Und nun, nachdem man Macbeth 2002 wieder Reanimiert hat, präsentiert die Band endlich ihr Debütwerk, in der Hoffnung damit endlich die wohlverdiente Aufmerksamkeit zu erhalten.

Liest man sich die Vorgeschichte so durch, die übrigens von mir nur in komprimierter Form wiedergegeben ist, so getraut man sich fast gar nicht was Schlechtes über die Musik von Macbeth zu schreiben. Denn eines ist Glassklar, dass die Band für ihre Musik so einiges durchgemacht hat und viele andere Menschen wären daran schon lange daran zugrunde gegangen. Schon alleine deswegen muss man den Hut von Macbeth ziehen, dem Willen und der Kraft der Musiker gebührenden Respekt zollen. Von daher finde ich es umso bedauerlicher, dass objektiv betrachtet, die dargebotene Musik nicht wirklich vollends begeistern kann. Zwar ist der deutschsprachige Heavy Metal, den Macbeth auf ihrem Selbstbetitelten Debütwerk zelebrieren, nicht wirklich schlecht geraten. Vor allem die erdige und auch ehrliche Grundeinstellung, die sich am stärksten in den ungekünstelten Texten niederschlägt, weiss durchaus zu gefallen. Trotzdem mangelt es der Musik am gewissen Etwas, der nötigen Eigenständigkeit und Innovation, um mit der grossen Konkurrenz Schritthalten zu können. Vielmehr beschleicht einen das Gefühl, dass Macbeth im Grunde ein Opfer der Zeit sind und darum die Musik auch ein wenig veraltet wirkt. Denn wäre die CD vor 4 bis 5 Jahren erschienen, dann würde diese Kritik wohl um einiges besser auffallen. Aber so muss leider festgehalten werden, dass Macbeth nichts bieten was man nicht schon von anderen Bands gehört hat. Auch wenn die Gesamtumsetzung hierbei sehr solide auffällt, man auf der CD keinen schlechten Song vorfindet und man im Grunde gut Unterhalten wird.

Macbeth liefern ein solides Album ab, das leider nicht auf Ganzer Linie zu überzeugen vermag. Dennoch könnte ein reinhören durchaus nicht Schaden, wenn man auf deutschsprachigen und grundehrlichen Heavy Metal steht.

Nando Rohner

 
 

Macbeth kommen aus deutschen Landen, genauer gesagt aus Erfurt. Die Jungs haben offensichtlich schon einiges erlebt, waren sie doch schon in der ehemaligen DDR als Band zusammen wo man einige Schikane erdulden musste, zum Beispiel ein "Spielverbot auf unbestimmte" Zeit. Obendrein begingen gleich 2 der damaligen Mitglieder Selbstmord. Ein Wunder also dass die Band heute noch zusammen ist und ein Album auf den Weg gebracht hat.

Zu hören bekommt man von Macbeth Heavy Metal der sowohl mit klassichen Elemente als auch mit modernen Einflüssen aufwarten kann. Meistens bewegt man sich eher in langsamen Tempo oder im Midtempobereich voran. Den Songs lässt man Zeit sich zu entwickeln. Gesungen wird hier auf deutsch, der Sänger erinnert mich ein wenig an Rob Halford (würde der auf deutsch singen) nur ohne die extrem hohen Einlagen des Judas Priest Sängers. Das kommt gut an und wirkt kein bisschen peinlich.

Was allerdings nicht so mein Fall ist das sind die Texte, rein inhaltlich gesehen. Da geht es eben recht fantasymetaphermittelalterlastig zur Sache, ich persönlich kann damit nix anfangen aber es gibt ja Leute die stehen auf sowas.

Bleibt also zu sagen dass man Macbeth als Metalhead ruhig mal austesten darf, technisch auf hohem Niveau und mit viel Hingabe rübergebracht dieses Album.

Matto

 

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